Loro Piana widmet die Milan Design Week 2026 einem einzigen Objekt und zeigt, dass darin eine ganze Welt steckt. Vierundzwanzig Plaids, jedes ein Unikat. Eine Reise durch Handwerkskunst, seltene Fasern und zwei Jahrhunderte Textilgeschichte.
Zur Milan Design Week 2026 präsentiert Loro Piana Maison im Cortile della Seta ihres Mailänder Hauptsitzes die Installation Studies, Chapter I: On the Plaid Es ist das erste Kapitel eines neuen, fortlaufenden Projekts, das sich der Inneneinrichtung durch vertiefte Einzelstudien widmet. Die Szenografie ist als Passage angelegt, und zwar Vierundzwanzig einzigartige Plaids, welche jedes ein eigenständiges Werk ist. Unterschiedliche Fasern, unterschiedliche Techniken, unterschiedliche Konstruktionen. Losgelöst von den Zwängen der Schneiderei oder der Polsterung bietet das Plaid ein konzentriertes Feld, in dem sich textile Intelligenz auf einer intimen Ebene entfalten kann. Die Reise beginnt mit einer poetischen Vision von Valsesia, es ist die Region, wo Loro Piana gegründet wurde.
Ein Plaid wirkt einfach. Aber in diesem einen Objekt steckt alles, was Loro Piana kann — und ist.
Die Geschichte von Loro Piana beginnt im frühen 19. Jahrhundert in Trivero, einem kleinen Ort im norditalienischen Piemont, wo die Familie als Wollhändler tätig war. 1924 gründete Pietro Loro Piana in Quarona, im Valsesia-Tal nahe Biella, das heutige Unternehmen. Es ist eine Region, die seit Jahrhunderten für ihre Textiltradition bekannt ist und in der das klare Bergwasser der Alpen eine entscheidende Rolle bei der Veredelung von Stoffen spielt. Sechs Generationen später ist Loro Piana der weltgrösste Kaschmirhersteller und weltweiter Marktführer für feinste Wolle. Ein Weltrekord, aufgebaut nicht durch Werbung, sondern durch jahrzehntelange stille Perfektion.
Das Plaid gehört von Anfang an zur Seele des Hauses. Seit Mitte der 1980er-Jahre war es neben dem Schal eines der ersten Stücke der Hauses. Kein Accessoire, kein Möbel, kein Schmuck, sondern ein Stück Textil, das Wärme, Handwerkskunst und Material in seiner reinsten Form vereint.
Wer Loro Piana als Schweizer Kunde kennt, kennt auch den Bezug zum Engadin. Zum dritten Mal in Folge war die Loro Piana 2026 Partner des The I.C.E. St. Moritz, des International Concours of Elégance. Ein Ereignis, welches den zugefrorenen St. Moritzersee in eine Bühne für klassische Automobile verwandelt. Seltene Fahrzeuge, seltene Fasern, aber dieselbe Haltung. Die Verbindung zwischen Loro Piana und dem Engadin ist keine Marketingstrategie, sondern ist Ausdruck einer gemeinsamen Kultur des Aussergewöhnlichen.
Im Buch 'Engadin An Art Journey' erzählt Luisa Loro Piana ihre Geschichte und die Liebe zum Engadin. Sie verbringt viel Zeit in diesem wunderschönen Tal, liebt die Natur und das magische Licht. Das Engadin ist seit jeher ein zentraler Inspirationsort für Künstler und Literaten, angezogen von der einzigartigen Bergwelt und dem besonderen Licht. Berühmte Persönlichkeiten wie Friedrich Nietzsche, Giovanni Segantini, Ferdinand Hodler und Hermann Hesse fanden dort kreative Freiheit.
Was ein Loro Piana Plaid von jedem anderen unterscheidet, ist nicht in erster Linie das Design, sondern das Material. Das Haus betreibt seit Jahrzehnten eine Art Weltexpedition auf der Suche nach der besten Faser. Jede hat ihre eigene Geschichte, ihre eigene Geografie, ihr eigenes Mass an Seltenheit.
Diese Fasern sind keine Zutaten, die man bestellt. Sie sind das Resultat von Jahrzehnten aufgebauter Beziehungen zu Hirten, Züchtern und Naturschutzorganisationen. Loro Piana ist vertikal integriert. Das Haus kontrolliert die gesamte Produktionskette, von der Rohfaser bis zum fertigen Stück. Das Plaid, das am Ende im Cortile della Seta liegt, beginnt seinen Weg in den Anden oder den Steppen der Mongolei und trägt diesen Weg in sich.
Doch das Material allein macht noch kein Meisterwerk. Studies, Chapter I macht auch sichtbar, was zwischen Rohfaser und fertigem Stück liegt. Es ist die Techniken und die Stunden an Handarbeit. Historische Symbole und grafische Motive aus dem Archiv des Hauses kehren in zeitgenössischen Kompositionen wieder, darunter die Distel, die seit 1951 im Wappen des Hauses steht, weil getrocknete Distelköpfe traditionell dazu verwendet wurden, Woll- und Kaschmirgewebe zu verfeinern.
Milano Design Week: Jedes der vierundzwanzig Plaids verkörpert eine andere Kombination. Manche sind dicht und warm, fast skulptural in ihrer Schwere. Andere sind fast schwerelos und manche sind grafisch klar, andere abstrakt und textural, aber alle sind Unikate.
Das ist vielleicht das Radikalste an diesem Projekt. In einer Zeit, in der Luxus oft durch Verfügbarkeit definiert wird, besteht Loro Piana auf dem Gegenteil. Kein Stück existiert, bevor jemand darum bittet. Es ist Handwerk in seinem ursprünglichsten Sinn und Arbeit, die für jemanden entsteht, nicht für den Markt. Indem Loro Piana den Fokus auf das Plaid richtet, offenbart das Unternehmen ein Erbe, das von Generationen einer Familie geprägt wurde, die daran glaubte, dass kompromisslose Qualität und aussergewöhnliche Handwerkskunst den Alltag auf stille Weise bereichern können.
Fotos: Home & Art Magazine - Milano Design Week 2026



