Dank der Dauerleihgaben der Alberto-Giacometti-Stiftung
verfügt das Museum über die weltweit bedeutendste museale Sammlung von Werken
Giacomettis. Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen
zeichnen ein dichtes Bild eines Künstlers, der die Moderne entscheidend geprägt
hat.
Die 1965 in Zürich gegründete Stiftung bildet das Fundament
dieser einzigartigen Präsenz. Zu ihren zentralen Beständen zählen bedeutende
Erwerbungen aus der Sammlung des amerikanischen Industriellen G. David
Thompson, Schenkungen Giacomettis kurz vor seinem Tod sowie umfangreiche
Beiträge von Bruno und Odette Giacometti. Über Jahrzehnte hinweg ist so ein
Konvolut entstanden, das in seiner Tiefe international seinesgleichen sucht.
Neuer Ort, neue Perspektive
Nach fünf Jahren Präsentation im Müller-Bau wird Giacomettis
Werk nun im Chipperfield-Bau neu verortet. Die Auftakt-Ausstellung konzentriert
sich bewusst auf zwei Räume im zweiten Obergeschoss mit einem klaren Fokus auf
Hauptwerke der surrealistischen Phase und die ikonischen Plastiken der
Nachkriegszeit.
Es sind jene hoch aufragenden, fragilen Figuren und
eindringlichen Büsten, mit denen Giacometti seine unverwechselbare Bildsprache
entwickelte. Skulpturen, die Raum nicht nur besetzen, sondern definieren. Die
Distanz zwischen Figur und Umgebung wird zum eigentlichen Thema.
Diese erste Präsentation ist als Beginn gedacht. Ab Herbst
2026 wird die Ausstellung neu kuratiert und deutlich erweitert. In vier
aufeinanderfolgenden Räumen entfaltet sich dann das gesamte künstlerische
Schaffen von frühen Arbeiten bis zum Spätwerk. Zürich positioniert sich damit
nachhaltig als internationales Kompetenzzentrum für Giacometti.
Zwischen Paris und dem Bergell
1901 im bündnerischen Bergell geboren, wurde Giacometti früh
von seinem Vater, dem Maler Giovanni Giacometti, gefördert. Paris wurde später
zum entscheidenden Wirkungsort. Dort entwickelte er neuartige Objekte und
Plastiken und schloss sich der surrealistischen Avantgarde an.
Während des Zweiten Weltkriegs wandte er sich mit neuer
Intensität der menschlichen Figur zu. Es entstand jener radikal reduzierte,
existenziell aufgeladene Stil, der ihn weltberühmt machte. Seine Figuren wirken
verletzlich und zugleich monumental sie sind zugleich Körper und Idee.
Trotz seiner internationalen Karriere blieb Giacometti dem
Bergell eng verbunden. Diese Spannung zwischen Weltläufigkeit und Herkunft
prägt sein Werk bis heute.
Mehr als eine Ausstellung
Die Präsentation ab Februar 2026 ist keine klassische
Retrospektive, sondern eine Neupositionierung. Mit der umfassenden Erweiterung
im Herbst 2026 unterstreicht das Kunsthaus Zürich seinen Anspruch, ein
zentraler Ort für Forschung, Vermittlung und Ausstellung von Giacomettis Werk
zu sein.
Ergänzt wird die Präsentation durch ausgewählte Gemälde von
Wegbegleiterinnen und Zeitgenossen aus der Sammlung des Kunsthauses, die
Giacomettis Werk in seinen künstlerischen Kontext einbetten. Mehr über die Ausstellung unter diesem Link: Alberto Giacometti



