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Februar 18, 2026

Alberto Giacometti im Kunsthaus Zürich: Die weltweit bedeutendste Sammlung neu inszeniert


Alberto Giacomettis Werk wird im Chipperfield-Bau des Kunsthauses Zürich in einer Auftakt-Ausstellung neu präsentiert.

Alberto Giacometti im Kunsthaus Zürich
Eine Sammlung von Weltrang

Dank der Dauerleihgaben der Alberto-Giacometti-Stiftung verfügt das Museum über die weltweit bedeutendste museale Sammlung von Werken Giacomettis. Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen zeichnen ein dichtes Bild eines Künstlers, der die Moderne entscheidend geprägt hat.

Die 1965 in Zürich gegründete Stiftung bildet das Fundament dieser einzigartigen Präsenz. Zu ihren zentralen Beständen zählen bedeutende Erwerbungen aus der Sammlung des amerikanischen Industriellen G. David Thompson, Schenkungen Giacomettis kurz vor seinem Tod sowie umfangreiche Beiträge von Bruno und Odette Giacometti. Über Jahrzehnte hinweg ist so ein Konvolut entstanden, das in seiner Tiefe international seinesgleichen sucht.

Neuer Ort, neue Perspektive

Nach fünf Jahren Präsentation im Müller-Bau wird Giacomettis Werk nun im Chipperfield-Bau neu verortet. Die Auftakt-Ausstellung konzentriert sich bewusst auf zwei Räume im zweiten Obergeschoss mit einem klaren Fokus auf Hauptwerke der surrealistischen Phase und die ikonischen Plastiken der Nachkriegszeit.

Es sind jene hoch aufragenden, fragilen Figuren und eindringlichen Büsten, mit denen Giacometti seine unverwechselbare Bildsprache entwickelte. Skulpturen, die Raum nicht nur besetzen, sondern definieren. Die Distanz zwischen Figur und Umgebung wird zum eigentlichen Thema.

Diese erste Präsentation ist als Beginn gedacht. Ab Herbst 2026 wird die Ausstellung neu kuratiert und deutlich erweitert. In vier aufeinanderfolgenden Räumen entfaltet sich dann das gesamte künstlerische Schaffen von frühen Arbeiten bis zum Spätwerk. Zürich positioniert sich damit nachhaltig als internationales Kompetenzzentrum für Giacometti.

Zwischen Paris und dem Bergell

1901 im bündnerischen Bergell geboren, wurde Giacometti früh von seinem Vater, dem Maler Giovanni Giacometti, gefördert. Paris wurde später zum entscheidenden Wirkungsort. Dort entwickelte er neuartige Objekte und Plastiken und schloss sich der surrealistischen Avantgarde an.

Während des Zweiten Weltkriegs wandte er sich mit neuer Intensität der menschlichen Figur zu. Es entstand jener radikal reduzierte, existenziell aufgeladene Stil, der ihn weltberühmt machte. Seine Figuren wirken verletzlich und zugleich monumental sie sind zugleich Körper und Idee.

Trotz seiner internationalen Karriere blieb Giacometti dem Bergell eng verbunden. Diese Spannung zwischen Weltläufigkeit und Herkunft prägt sein Werk bis heute.

Mehr als eine Ausstellung

Die Präsentation ab Februar 2026 ist keine klassische Retrospektive, sondern eine Neupositionierung. Mit der umfassenden Erweiterung im Herbst 2026 unterstreicht das Kunsthaus Zürich seinen Anspruch, ein zentraler Ort für Forschung, Vermittlung und Ausstellung von Giacomettis Werk zu sein.

Ergänzt wird die Präsentation durch ausgewählte Gemälde von Wegbegleiterinnen und Zeitgenossen aus der Sammlung des Kunsthauses, die Giacomettis Werk in seinen künstlerischen Kontext einbetten. Mehr über die Ausstellung unter diesem Link: Alberto Giacometti

Fotos: Home & Art Magazine - Nicole Böhme 

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