Es gibt Reiseziele, die einen nie wieder loslassen. So erging es mir in der Südsee und so beschreibt es auch Nicolas Chemla in jenem Buch, das mich auf meiner Reise begleitete. Bereits bei der Ankunft auf der Insel, schreibt er, verspürte er ihre sanfte Liebkosung zur Begrüssung. Die Erde und das Licht umfingen ihn mit ihren luftigen, duftenden Armen. Das Licht hatte einen Duft.
Ich weiss, wovon er spricht. Als ich das erste Mal aus dem Flugzeug trat und die warme, schwere, blütengesättigte Luft Tahitis einatmete, verstand ich, dass hier etwas grundlegend anders ist. Nicht die Kulisse, obwohl die Lagunen in jenem unwirklichen Blau schimmern, das man sonst nur in Träumen kennt. Sondern die Art, wie die Sinne ineinandergreifen. Wie Licht zu Duft wird. Wie Duft zu Erinnerung. Wie ein Moment sich ausdehnt, sich weitet und entfaltet ebenso kurz wie ewig.
HERMÈS Un Jardin sous la Mer
Poesie zwischen Meer, Licht und Tahiti
Genau diese Erfahrung hat Christine Nagel, Parfümeurin bei Hermès, in ein Flakon gebannt. Ihr neues Parfum Un Jardin sous la Mer ist keine blosse Duftkomposition, es ist eine synästhetische Reise. Mineralische Noten treffen auf Tiaré-Blüte und Tamanu-Nuss, jene Früchte der Erde, die man auf Tahaa, der kleinen Schwesterinsel Tahitis, in der Luft zu schmecken glaubt. „Normally coconut can be heavy, milky, greasy", sagt Christine Nagel. „I wanted the fibre."
Es ist diese Entscheidung, des Weglassen, das Reduzieren auf das Wesentliche, welche Un Jardin sous la Mer so unverwechselbar macht. Das Parfum lädt dazu ein, das Unmögliche zu riechen. Es ist ein Garten, in dem Korallen blühen. Eine Unterwasserwelt aus hypnotisierendem Blau, wo Himmel und Meer miteinander verschmelzen.
Chemla schreibt von einem unsichtbaren Kontinent, als würde man von einem unergründlichen Duft reden. Und tatsächlich: Polynesien entzieht sich der Beschreibung auf dieselbe Weise, wie sich ein grosses Parfum der Analyse entzieht. Man kann seine Bestandteile benennen, seine Noten auflisten. Aber das Eigentliche bleibt ungreifbar. Es ist Atmosphäre.
Der ikonische Laternen-Flakon der Kollektion fängt genau dieses Ungreifbare ein: Das Licht wird Material, eine Vibration, die sich in einem subtilen Farbverlauf vom tiefen Blau der Unterwasserwelt bis zur ätherischen Reinheit eines unendlichen Horizonts erstreckt. Von der Lagune bis zu den Wolken. Vom Meer bis zum Himmel.
Die finnische Künstlerin Aino-Maija Metsola hat diese Stimmung in Aquarelltechnik auf die Verpackung übertragen. Es sind fliessende Konturen, zarte Texturen, vibrierende Farben. Ein sanfter Schwindel der Sinne, der an jene Momente erinnert, in denen man nicht mehr sicher ist, ob man träumt oder wacht.
Innerhalb der Jardin-Kollektion vermeidet Nagel bewusst direkte Vergleiche. Jeder Duft, sagt sie, fange einen bestimmten emotionalen Moment ein. Für den Träger bedeutet dies eine sanfte Entführung in eine andere Welt durch eskapistische Düfte, die Nähe belohnen. Es geht nicht so sehr darum, der Realität zu entfliehen, sondern vielmehr darum, ihre Konturen zu mildern und auf eine Reise zu gehen - das kann Polynesien sein, aber auch das Mittelmeer.
Link zum Produkt: Un Jardin sous la Mer
Hermès Jardin-Kollektion: Un Jardin à Cythère


